Ausstellung Anwalt ohne Recht in Leipzig

- Schicksale jüdischer Anwälte in Deutschland nach 1933 -  

 

Vom 12.03.2012 bis zum 20.04.2012 ist die Wanderausstellung „Anwalt ohne Recht – Schicksale jüdischer Anwälte in Deutschland nach 1933“ im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit im Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, Simsonplatz 1, 04103 Leipzig zu sehen. Damit kehrt die Ausstellung an ihren ersten Ausstellungsort zurück. Im Rahmen des 63. Deutschen Juristentages im Jahr 2000 gastierte die Ausstellung erstmals in Leipzig. Bislang wurde die Ausstellung in 50 deutschen Städten sowie international u. a. in Tel Aviv, Jerusalem, New York und Toronto gezeigt. Im Jahr 2003 befand sich die Ausstellung im Landgericht Chemnitz und im Jahr 2005 im Oberlandesgericht Dresden.

Die Wanderausstellung des Deutschen Juristentages und der Bundesrechtsanwaltskammer basiert auf der regional auf Berlin bezogenen Ausstellung „Anwalt ohne Recht – Das Schicksal jüdischer Anwälte in Berlin nach 1933“. Diese Ausstellung zeigte die Rechtsanwaltskammer Berlin und die Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“ im Jahr 1998/99 im Centrum Judaicum. Nach entsprechender Überarbeitung wurde die Ausstellung sodann im Jahr 2000 unter dem Titel „Anwalt ohne Recht – Schicksale jüdischer Rechtsanwälte in Deutschland nach 1933“ in Leipzig gezeigt.

Die Ausstellung erinnert auf mehr als 30 Tafeln an die von der NS-Verfolgung betroffenen Anwälte und Anwältinnen und die Unrechtsmaßnahmen, unter denen sie zu leiden hatten. In welchen Etappen die Ausgrenzung bis zum allgemeinen Berufsverbot am 30. November 1938 aus dem gewachsenen Berufsstand vorgenommen wurde, veranschaulichen zahlreiche, zum Teil einmalige Dokumente und Zeugnisse. 

Die Grundausstellung wird um einen regionalen Teil ergänzt. So erinnert die aktuelle Ausstellung in Leipzig z. B. an die Schicksale der Leipziger Anwälte und Justizräte Martin Drucker und Martin Meyerowitz und zeigt auf einem Doppelpanel die 1933 in Leipzig zugelassenen Anwälte jüdischer Herkunft. Auch an das Schicksal der Dresdner jüdischen Rechtsanwälte Prof. Dr. James Breit, Dr. Karl Emanuel Breit, Dr. Fritz Glaser, Dr. Friedrich Salzburg und Martin Reichenbach wird auf zusätzlichen Tafeln erinnert. Gleiches gilt für die jüdischen Chemnitzer Rechtsanwälte.

Die Rechtsanwaltskammer Sachsen als regionale Veranstalterin ließ zusammen mit dem Forum Anwaltsgeschichte e.V. als Kooperationspartner in Vorbereitung auf die jetzige Ausstellung einzelne regionale Panels wegen zwischenzeitlich neuer historischer Erkenntnisse überarbeiten. Eine Tafel über den Rechtsanwalt Dr. Aron Alfred Schüler aus Dresden wurde neu erarbeiteten. Ebenso zeigt die jetzige Ausstellung erstmals ein Panel über Saul Lande. Saul Lande war zwar kein Rechtsanwalt, jedoch letzter jüdischer Doktorand in Leipzig.

Die Ausstellung zeigt neben den Erinnerungstafeln zahlreiche Ausstellungsstücke im Original, wie z. B. einen Kalender von Martin Drucker aus dem Jahre 1944 und ein handschriftliches Manuskript über dessen Lebenserinnerungen. Darüber hinaus sind Publikationen zu anwaltsgeschichtlichen Themen zu sehen.

Für die finanzielle Unterstützung hinsichtlich der Realisierung der Ausstellung und der Eröffnungsveranstaltung gilt unser besonderer Dank dem Sächsischen Anwaltverband e.V. und der Kanzlei Handschumacher und Merbecks aus Chemnitz.

Die Ausstellung kann von Montag bis Freitag jeweils 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Bundesverwaltungsgericht besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Die Rechtsanwaltskammer Sachsen würde sich sehr freuen, zahlreiche interessierte Kolleginnen und Kollegen als Ausstellungsbesucher begrüßen zu dürfen.